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Die 97. Jahrestagung der Geologischen Vereinigung e.V. fand als GV International Conference 2007 vom 01. bis 05. Oktober in Bremen mit ca. 450 Teilnehmern statt. Die GV verlieh anlässlich der Tagung folgende Ehrungen: Gustav-Steinmann-Medaille an Stefan Schmid Die Geologische Vereinigung verleiht Stefan Schmid die Gustav-Steinmann-Medaille 2007 in Würdigung seiner herausragenden Arbeiten zur Tektonik und Geodynamik, zur Rheologie der Gesteine und zur Entwicklung von Gebirgsketten. Diese Arbeiten basieren auf einem interdisziplinären Ansatz, der strukturgeologische Feldbeobachtungen, moderne geophysikalische Methoden zur Erkundung der Tiefenstruktur, Geochronologie und Stratigraphie in prozessorientierten Modellen in geologischer Zeit und Raum vereint. Zu seinen wichtigsten Erkenntnissen, erschienen in über 100 Publikationen, gehören Modelle zur Mylonitverformung, zur geodynamischen Entwicklung des Alpen-Dinariden-Karpathen-Bogens und neuerdings zur Spröddeformation und Neotektonik des Oberrheingrabens. Seine Querschnitte durch die alpine Tiefenstruktur gehören zur Standardliteratur aller Schüler der Alpen und von Faltengebirgen überhaupt. Zahlreiche seiner Doktoranden und Doktorandinnen waren dankbare Schüler und dominieren heute das Fach der Tektonik und Strukturgeologie vor allem im europäischen Raum. Sein interdisziplinäres Denken und sein Enthusiasmus hat nicht zuletzt die heutige Tektonik entscheidend geprägt.
Hans-Cloos-Preis an Cornelia Spiegel Die Geologische Vereinigung überreicht Cornelia Spiegel den Hans-Cloos-Preis 2007 für ihre zukunftsweisenden Beiträge zur Anwendung thermochronologischer und isotopengeochemischer Methoden in der Rekonstruktion von Beckenentwicklung, Gebirgsbildung und der Quantifizierung von Exhumierungsprozessen. Cornelia Spiegel ist es durch die Bearbeitung unterschiedlicher Teildisziplinen der Geowissenschaften gelungen, internationale Anerkennung zu gewinnen. So gelten ihre Arbeiten zur Rekonstruktion der oberflächennahen Exhumierung der Alpen als wegweisend für andere komplexe Gebirge. Besonders bemerkenswert ist ihre Fähigkeit zur Fortentwicklung neuer methodischer Ansätze aus benachbarten Disziplinen zur Klärung strittiger Fragen. Neben derartigen Anwendungen treibt Cornelia Spiegel fundamentale methodische Studien zum thermischen Langzeitverhalten von Indexmineralen voran, die eine Anpassung gängiger Modellierungsroutinen erforderlich machen. Die Forschungsarbeiten von Frau Spiegel tragen wesentlich dazu bei, dass die thermochronologische Forschung in Deutschland international Anerkennung findet. Darüber hinaus werden ihr Kommunikationstalent und ihr Einsatz für die wissenschaftliche Gemeinschaft im Rahmen von Diskussionsforen und Tagungen besonders gewürdigt.
GV-Preise für ausgezeichnete studentische Posterbeiträge Auf der Jahrestagung der Geologischen Vereinigung in Bremen wurden die drei besten studentischen Posterbeiträge ausgezeichnet. Wie auch in den vorangegangenen Jahren fiel bei der Fülle der wissenschaftlich hochwertigen und sehr gut präsentierten Poster die Auswahl nicht leicht. Eine klar definierte wissenschaftliche Hypothese, kurze und präzise Angaben zu den Ergebnissen und Hauptaussagen des Projekts sowie zum verwendeten Datensatz und der Methodik waren Grundvoraussetzung für eine Prämierung. Darüber hinaus schafften es nur Poster, deren Inhalt schnell aufgrund eines übersichtlichen Aufbaus mit wenigen kurzen Textblöcken erfassbar war, in eine engere Auswahl. Dies setzt eine gute Lesbarkeit des Textes, inklusive der Bildunterschriften und Achsenbeschriftungen, voraus. Ein ansprechendes Layout und ein hohe Druckqualität waren ebenfalls wünschenswert.
Den ersten Preis erhielt Christine Barras vom Laboratoire des Bio-Indicateurs Actuels et Fossiles (BIAF), Angers, Frankreich, für ihr Poster zum Thema „Calcification of the deep-sea benthic foraminifer Bulimina marginata under different laboratory ecological conditions“ zusammen mit ihren Kollegen E. Geslin, M. Gaultier, J.C. Duplessy und F. Jorissen. Heute ist es üblich, Laborexperimente zur Kalibrierung von geochemischen Parametern in den Schalen mariner Organismen durchzuführen, die anschließend paläozeanographische Rekonstruktionen ermöglichen. In dem gemeinsamen Posterbeitrag zeigen die Kollegen, welchen wichtigen Einfluss die ökologischen Bedingungen auf die Reproduktion und Klassifizierung von benthischen Foraminiferen haben.
Mit dem zweiten Preis wurde das Poster von Robyn Pickering, Institut für Geologie, Universität Bern, Schweiz, zum Thema „Uranium-lead dating of speleothems: Unlocking terrestrial palaeoclimate proxies beyond 500 kyr“ in Zusammenarbeit mit J.D. Kramers, T.C. Partridge, T.M. Vennemann ausgezeichnet. Speleotheme sind ein inzwischen gut etabliertes Archiv zur Rekonstruktion der terrestrischen Klimageschichte. Präzise Datierungen über die Uran-Zerfallsreihe gehen allerdings nur bis etwa 500.000 Jahre zurück. Robyn Pickering präsentierte auf Ihrem Poster den ersten Satz von direkten absoluten Uran-Blei Altersbestimmungen an Sinterkalken aus südafrikanischen Höhlen, aus denen Funde früher Hominiden mit einem Alter zwischen 2 und 4 Millionen Jahren bekannt sind.
Die dritte Posterauszeichnung ging an Angela Vogts, Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) von der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Ihr Poster trug den Titel „Molecular isotopic composition and distribution patterns of long-chain n-alkanes and n-alkanols from C3 plants growing in different tropical habitats”. Frau Vogts untersuchte zusammen mit H. Moossen, F. Rommerskirchen und J. Rullkötter die molekulare Isotopensignatur und das Verbreitungsmuster von langkettigen n-Alkanen und n-Alkanolen von C3 Pflanzen in verschiedenen tropischen Habitaten in Afrika. Ihre Ergebnisse stellen eine neue wichtige Grundlage für künftige Rekonstruktionen der terrestrischen Klimageschichte aus äolischem Staub, Böden und lakustrinen wie marinen Sedimenten dar. Impressionen der Tagung



Poster Session 



Ice Breaker / Conference Dinner 03.10.2007 Ehrungen 03.10.2007 Steinmann-Medaille 2007 an Stefan Schmid  Hans-Cloos-Preis 2007 an Cornelia Spiegel Heitfeld-Preis der GeoUnion an Michael Kühn 
____________________________________________________________________________ DFG vergibt Bernd-Rendel-Preis 2007 an herausragenden Nachwuchs in den Geowissenschaften während der 97. Jahrestagung der Geologischen Vereinigung in Bremen Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zeichnete vier junge Forschende in den Geowissenschaften mit dem Bernd-Rendel-Preis aus. Gleich zwei von ihnen arbeiten in der Vulkanologie. Einer der beiden zeigt in seinen Studien sogar eine neue Methode zur Vorhersage von Vulkanausbrüchen auf. Die anderen Preisträger beschäftigen sich mit der Modellierung von Vulkanotektonik und Strömungen in Ozeanen sowie der Hydrogeochemie. Der seit 2002 durch die DFG verliehene Bernd-Rendel-Preis ist nach dem früh verstorbenen Geologiestudenten Bernd Rendel benannt, dessen Angehörige das Preisgeld gestiftet haben. Die DFG ermöglicht mit dem mit je 2000 Euro dotierten Bernd-Rendel-Preis den jungen diplomierten, aber noch nicht promovierten Preisträgern die Teilnahme an internationalen Kongressen und Tagungen. Die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler erhalten den Preis für herausragende und originelle Diplomarbeiten, laufende Dissertationen oder andere Forschungsarbeiten. Die Preise wurden im Rahmen der Jahrestagung der Geologischen Vereinigung in Bremen vom 1. bis 5. Oktober 2007 verliehen. Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger sind: Dipl.-Geol. Steffi Burchardt (24), Universität Göttingen; Dipl.-Geodät Henryk Dobslaw (30), Technische Universität Dresden; Dipl.-Geophys. Alexander Gerst (30), Universität Hamburg und Dipl.-Geoökol. Klaus-Holger Knorr (29), Universität Bayreuth. Die Geologin Steffi Burchardt schloss nach einem zügigen Studium von nur neun Semestern ihr Diplom mit sehr gutem Erfolg ab. Sie arbeitet unter anderem zur Vulkanotektonik auf Island. Derzeit promoviert sie in Göttingen und widmet sich dabei der anspruchsvollen Modellierung von tektonischen Zusammenhängen. Henryk Dobslaw absolvierte sein Studium der Geodäsie in elf Semestern und verbrachte dabei ein Jahr an der Uppsala University in Schweden. Seither arbeitet er an der Bestimmung eines numerischen Ozeanmodells. Seine Ergebnisse finden breite internationale Beachtung und werden bereits in zahlreichen geophysikalisch und ozeanographisch ausgerichteten Untersuchungen verwendet. Alexander Gerst schloss sein Geophysik-Studium an der Universität Karlsruhe und der Victoria University of Wellington, Neuseeland, mit Auszeichnung ab. Gegenwärtig untersucht er in seiner Dissertation in der Vulkanologie die Frühphase von Eruptionen am Mount Erebus in der Antarktis. Schon in seiner Diplomarbeit entdeckte er zeitliche Spannungsänderungen in der Erdkruste unter einem Vulkan in Neuseeland. Da diese in der Regel vor Eruptionen auftreten, stellt die Beobachtung von kontinuierlichen seismischen Monitoringdaten einen neuen Beitrag zur Vorhersage von Vulkanausbrüchen dar. Klaus-Holger Knorr arbeitet in der Hydrogeochemie. Er promoviert seit 2005 im Rahmen der DFG-geförderten Forschergruppe "Dynamik von Bodenprozessen bei extremen meteorologischen Randbedingungen" zur Bedeutung organischer Substanzen für Elektronentransferprozesse im Grundwasser. Sein Studium der Geoökologie in Bayreuth und Zürich, das durch ein Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes gefördert wurde, schloss er mit Auszeichnung ab.
 Verleihung des Bernd Rendel-Preises 2007 in Bremen: (v.l.) Alexander Gerst, Annett Uhmann (DFG), Steffi Burchardt, Gerold Wefer (Universität Bremen), Henryk Dobslaw, Hubert Miller (München), Klaus-Holger Knorr. Foto: V. Diekamp.
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