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Seite des Vorsitzenden
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
zuerst eine Information zum Stand der Exzellenzinitiative der Bundesregierung und der Länder: am 12. Januar 2007 hat die gemeinsame Kommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Wissenschaftsrats für die Exzellenzinitiative über 305 Projektvorschläge entschieden. Für die Förderlinie Graduiertenschulen wurden 44 Vorhaben und für die Förderlinie Exzellenzcluster 40 Vorschläge zur Antragstellung aufgefordert. In der Endrunde bei der Förderlinie Zukunftskonzepte sind noch die RWTH Aachen, die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität Berlin sowie die Universitäten Bochum, Freiburg, Göttingen, Heidelberg und Konstanz im Rennen. In der zweiten Runde sind die Geistes- und Sozialwissenschaften deutlich stärker als in der erste Runde und die Naturwissenschaften sind insgesamt etwas schwächer vertreten, leider auch die Geowissenschaften. Im Gesamtprogramm ist die Förderung von etwa 40 Graduiertenschulen mit durchschnittlich je 1 Mio. € pro Jahr, 30 Exzellenzclustern mit einer Förderung von durchschnittlich je 6,5 Mio. € pro Jahr sowie einer noch offenen Zahl von Zukunftskonzepten vorgesehen. Zum ersten Mal in der Förderung durch die DFG können neben den Projektkosten 20 % der Bewilligungssumme für indirekte Kosten der Forschung, wie Gerätebeschaffung, Raummiete etc. finanziert werden. Vorrangiges Ziel dieses Sonderprogramms des Bundes und der Länder ist es, die internationale Sichtbarkeit deutscher Universitäten zu erhöhen.
Eine kurze Bemerkung noch zu den neuen Bachelor- und Masterstudiengängen: Immer mehr Universitäten führen neue Bachelorstudiengänge ein, häufig als disziplinübergreifenden Studiengang Geowissenschaften. Bei den Masterstudiengängen findet dann eine stärkere Differenzierung statt, zum Teil mit forschungsintensiven oder anwendungsbezogenen Inhalten. Kritisiert wird häufig, dass die Akzeptanz in Industrie oder Forschung nicht bekannt ist. Da die Studiengänge jetzt erst eingeführt werden, muss man die Entwicklung abwarten. Beklagt wird auch, dass es zu einer stärkeren Verschulung des Studiums kommt und zu einem Mehraufwand durch häufigere Prüfungen und höhere Anteile an Übungen. Übergeordnetes Ziel der Neustrukturierung des Studiums ist die Verbesserung der Ausbildung und die Reduzierung der Studienzeiten, und dafür ist natürlich ein größerer Personalaufwand notwendig. Der große Vorteil ist, dass es sich hier um internationale Abschlüsse handelt mit einem internationalen Standard, die auch einen problemlosen Studienwechsel ins Ausland ermöglichen. Diese Entwicklung ist sowieso nicht aufzuhalten, da sich aufgrund der Bologna-Vereinbarung die europäischen Länder zur Einführung solcher Studiengänge verpflichtet haben.
Die Planung für die nächste GV-Tagung mit dem Thema „The Oceans in the Earth System“ vom 02.-05. Oktober 2007 in Bremen wurde konkretisiert. Auf einer Planungssitzung Ende Januar wurden fast 20 Sessions zur Paläozeanographie und zum Paläoklima, zu Küstenzonen- und Schelfprozessen, zu biogeochemischen Prozessen und zu Geohazards festgelegt. Außerdem werden etwa 10 Short Courses und Workshops zu paläozeanographischen Proxies, zur Seismik, zu Gashydraten, zur Modellierung und zum wissenschaftlichen Publizieren sowie zum Datenmanagement angeboten. Dieser Ausgabe liegt das 2. Zirkular mit ausführlichen Informationen über das Programm bei.
Inzwischen haben mehrere Studierende das Angebot der Doppelmitgliedschaft von der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft (DMG) und der Geologischen Vereinigung (GV) wahrgenommen. Durch die gegenseitige Beteiligung an den Vorstandssitzungen der Gesellschaften geschieht ein besserer Informationsaustausch. Das Gespräch wird auch mit den anderen geowissenschaftlichen Gesellschaften gesucht. Insbesondere möchte die GV mit anderen Gesellschaften gemeinsame Tagungen durchführen.
Auf der letzten Sitzung von Vorstand und Beirat hat Herr Kollege R. Littke das Programm der Tagung in Aachen zum Thema: „Resources and Hazards in Earth Systems“ vorgestellt. Wir planen die Tagung gemeinsam mit der Deutschen Geowissenschaftlichen Gesellschaft vom 29.9. – 2.10. 2008. Zur nächsten GV-Tagung 2007 in Bremen wird ausführlicher mit einem Flyer über die Themen der Tagung informiert.
Einige Bemerkungen zur Öffentlichkeitsarbeit: In diesem Jahr findet das „Jahr der Geisteswissenschaften“ mit dem Schwerpunkt Sprache statt. Der Wissenschaftssommer wird vom 9. – 15. Juni 2007 in Essen durchgeführt. Außerdem ist – wie in den letzten Jahren – die schwimmende Ausstellung auf dem Binnenschiff unterwegs und wird etwa 30 Städte an Flüssen und Kanälen anlaufen. Gestartet wurde diese Art der Ausstellung zum ersten Mal im „Jahr der Geowissenschaften 2002“ als Geoschiff. Das nächste Jahr der Wissenschaften ist dem Thema Mathematik gewidmet. Sie haben sicher schon gehört, dass von der UN das Jahr 2008 als Jahr „Planet Earth“ ausgerufen wurde. Die GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung hat die Federführung bei der Planung des deutschen Programms übernommen. Parallel dazu werden von 2007 bis 2009 die Polarjahre durchgeführt. Die o. g. genannten Aktivitäten enthalten viele interessante Veranstaltungen aus allen Bereichen der Geowissenschaften über die Arktis und Antarktis.
Im Namen der GV möchte ich sehr herzlich unserem Kollegen Gerald Haug zur Verleihung des Gottfried Wilhelm Leibniz-Preises gratulieren. Gerald Haug ist seit einigen Jahren Mitglied des Beirats der GV.
In der Hoffnung, Sie als Teilnehmer der nächsten Jahrestagung in Bremen Anfang Oktober 2007 zu treffen, verbleibe ich mit besten Grüßen
Ihr Gerold Wefer
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