Einen Moment,
die Seite wird geladen...
Home arrow GV Annual Meetings arrow 29.09.-02.10.2008 Resources and Risks in the Earth System, Aachen
29.09.-02.10.2008 Resources and Risks in the Earth System, Aachen PDF Print E-mail

Geo 2008 - Resources and Risks in the Earth System

International Conference and annual meeting of DGG and GV
29.09.-02.10.2008, Aachen

Die diesjährige, 98. Jahrestagung der Geologischen Vereinigung e.V. fand
als Gemeinschaftstagung mit der DGG vom 29. September bis 01. Oktober
in Aachen mit über 400 Teilnehmern statt.

Die GV verlieh anlässlich der Tagung folgende Ehrungen:

Gustav-Steinmann-Medaille 2008 an Judith McKenzie

Die Geologische Vereinigung verleiht Judy McKenzie die Gustav-Steinmann–Medaille 2008 in Würdigung ihrer herausragenden Leistungen auf den Gebieten der Biogeochemie, der Geomikrobiologie und der Klimageschichte.

Ihre Arbeiten konzentrieren sich auf die Rekonstruktion von Klima- und Umweltveränderungen sowie auf geochemische Zyklen in chemischen Sedimenten. Sie hat unter anderem das Barriereriff von Australien, hypersaline Lagunen von Brasilien und Seen in der Schweiz untersucht. Der Einfluss des Menschen auf solche Systeme nimmt einen besonderen Raum in ihrer Forschung ein. Judy McKenzie hat in der Geomikrobiologie und Biomineralisation wegweisende Beiträge geleistet, z.B. zum Einfluss von Mikroben auf Karbonatausfällungen im Rezenten und in der frühesten Erdgeschichte. Seit 1987 forscht und lehrt Judy McKenzie an der ETH Zürich. Über viele Jahre hat sie sich wissenschaftlich und strukturell im Ozeanbohrprogramm ODP/IODP engagiert und ist in mehreren internationalen Gesellschaften aktiv. Als wissenschaftliche Lehrerin und Mentorin kann sie auf eine Vielzahl erfolgreicher Schülerinnen und Schüler blicken. Judy McKenzie hat das Fach der Geologie nicht nur inhaltlich geprägt, mit ihrem Stil hat sie die Forschungslandschaft verändert. Die Geologische Vereinigung ehrt sie als richtungweisende Forscherin und herausragende Persönlichkeit.

Hans-Cloos-Preis 2008 an Andrea Hampel

Die Geologische Vereinigung e.V. verleiht Andrea Hampel für ihre fachübergreifenden Arbeiten zur Simulation von tektonisch und klimatisch bedingten Deformationsprozessen in Subduktionszonen und Orogenen auf seismischen bis neotektonischen Zeitskalen den Hans-Cloos-Preis.

Andrea  Hampel hat durch ihre Arbeiten zur Dynamik von  Subduktionszonen und zur Mechanik von Störungssystemen internationale Anerkennung gefunden. Wesentliche, innovative Beiträge sind ihre Studien zur Variation von Bewegungsraten an  Abschiebungen und Überschiebungen infolge der klimatisch bedingten Fluktuation von Eisauflasten sowie zur Entstehung entlastungsbedingter seismischer Ereignisse an Störungssystemen. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch ihr sehr großes geodynamisches Verständnis aus, das sie in die Lage versetzt, numerische Simulationsverfahren auf unterschiedliche tektonische Situationen anzuwenden. Besonders  gewürdigt wird ihre Fähigkeit, multidisziplinär zu arbeiten und vom geophysikalischen Imaging über verschiedene quantitative Simulationsverfahren zu einem grundlegenden Verständnis für Geoprozesse zu gelangen.

Ehrenmitgliedschaft 2008 für Wolfgang Eder

Die Geologische Vereinigung verleiht Wolfgang Eder die Ehrenmitgliedschaft in Würdigung seiner herausragenden geowissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Öffentlichkeitsarbeit und der internationalen Forschung, mehrere
Teildisziplinen der Geowissenschaften verbindend.

Wolfgang Eder hat über Jahrzehnte die Geowissenschaften mit ihren weitreichenden Aspekten mit größter Wirkung in der breiten, internationalen Öffentlichkeit vertreten. Die Einrichtung der internationalen UNESCO-GeoParks ist untrennbar mit dem Namen von Wolfgang Eder verbunden. In fast allen Ländern dieser Welt sind mittlerweile derartige GeoParks eingerichtet worden, die beredtes Zeugnis ablegen von seinem unermüdlichen Einsatz, die faszinierende Welt der Geowissenschaften allgemein verständlich allen Menschen auf unserem Planeten näher zu bringen. Nicht zuletzt war er auch maßgeblich bei der Entwicklung des Projektes des "Blauen Planeten" beteiligt. Wolfgang Eder hat wie kaum eine weitere Persönlichkeit das internationale Ansehen und die Bedeutung der Geowissenschaften für die moderne Gesellschaft vorangetrieben. Neben dieser bemerkenswerten Öffentlichkeitsarbeit hat er viele internationale geowissenschaftliche Projekte äußerlich sichtbar, aber vielfach auch im Stillen wirkend, zum Wohle der internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft initiiert und auf den Weg gebracht.

GV-Preise für ausgezeichnete studentische Posterbeiträge

Am Ende der Tagung GEO 2008 in Aachen wurden von der Geologischen Vereinigung drei studentische Posterbeiträge für eine Auszeichnung aus insgesamt fast 100 Postern ausgewählt. Bei der großen Anzahl, der Vielfalt der Themen und dem insgesamt hohen Niveau ist die Auswahl der Posterjury nicht leicht gefallen. Die  Vorstellung der Arbeitshypothese, der angewandten Methoden, der gewonnenen Daten und vor allem die Zusammenfassung der gewonnenen Ergebnisse wurden zusammen mit dem wissenschaftlichen Inhalt bewertet.

Den ersten Preis erhielt Friedemann Baur von der RWTH Aachen zusammen mit seinen Kollegen R. Littke, C. Jauer, H. Wielens und T. Fuchs für die Arbeit „Numerical basin modeling meets 4D rift analysis: A study from the Jeanne d´Arc Basin offshore Newfoundland“. Vor allem die graphisch sehr gelungene, farbig unterlegte Gliederung des Posters erlaubt eine rasche Orientierung und schnelle Sinnerfassung. Das Poster gibt außerdem einen leicht verständlichen Einblick in die Bearbeitungsschritte der Beckenmodellierung. Zuerst werden die tektonische Situation des Jeanne d´Arc Beckens und seiner Sedimente dargestellt. Dann folgen die verwendeten tektonischen Modelle und die darauf basierenden Systeme der Entwicklung von Riftbecken mit den wesentlichen Prozessen der Subsidenz, der Dehnung und des Wärmestroms. Die Resultate werden zunächst in 2D-Schnitten und dann im 3D-Raum erläutert. Abschließend wird begründet, warum die Subsidenz und thermische Entwicklung des Beckens allein durch die initiale Riftphase in der späten Trias erklärbar sind.

Der zweite Preis wurde für den Posterbeitrag von Björn Machalett (Universität Bayreuth und GGA-Institut Hannover) und seinen Mitautoren E. A. Oches, L. Zöller, M. Frechen „ Amino acid geochronology as an independent test of numerical dating methods applied to Central Asian loess deposits“ verliehen. Die Lößsequenzen in Asien und Europa enthalten hoch aufgelöste Klimasignale, deren absolute Datierung durch Kohlenstoff- und Luminiszenzalter erfolgen. Der Racemisierungsgrad von Aminosäuren aus den Schalen der häufigen Landschnecken kann für eine verlässliche relative Datierung genutzt werden und erlaubt es auch, in älteren Abfolgen eine Altersskala zu ermitteln. Die komplexen Probleme der Chrono- und Lithostratigraphie der Löße und der vorgeschlagene Lösungsweg sind in dem Poster leicht verständlich aufbereitet.

Anika Braun und Nicole Höbig von der RWTH Aachen erhielten für ihr Poster „Rock fall hazard mapping and runout simulation – a case study of the Bolonia Bay, southern Spain“ zusammen mit C. Grützner, T. M. Fernandez-Steeger, D. Müller und C. Arnhardt den dritten Preis. In ihren Bachelorarbeiten haben sie einzelne Felsbrocken durch GPS-Einmessung lokalisiert, ihr Volumen bestimmt und ihre Position in Luftbilder übernommen. Mit diesen Daten haben sie dann in einem Simulationsprogramm das Georisiko bei künftigen Felsabbrüchen abgeschätzt.
Hermann Rudolf Kudrass, Hannover

                    

Foto: v.l.n.r. A. Braun, N. Höbig, F. Baur                               Foto: B. Machalett

 
< Prev   Next >