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Brief des Vorsitzenden aus GMit 30 PDF Print E-mail

Seite des Vorsitzenden

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

kurz berichten möchte ich über die diesjährige Jahrestagung „The Oceans in the Earth System“ die vom 1. bis 5. Oktober in Bremen stattfand. Vom Montag, 1. Oktober, bis Mittwoch, 3. Oktober, fanden Workshops und Short Courses zu paläozeanographischen Proxies, zur Nutzung von seismoakustischen Verfahren und von Datenbanken sowie zum Stand neuer Technologien für die Tiefseeforschung statt. Insgesamt haben 170, meist jüngere Wissenschaftler an den Workshops und Short Courses teilgenommen.
Mittags am 3. Oktober begann das Konferenzprogramm. Etwa 450 Kolleginnen und Kollegen aus dem In- und Ausland nahmen daran teil und präsentierten ihre Ergebnisse in etwa 400 Vorträgen und Postern. Für mich als Organisator und älterer Kollege war es sehr schön anzusehen, wie jung und alt in intensiven Gesprächen neue Forschungsergebnisse in den Pausen oder an den Postern diskutierten. Etwa 350 Teilnehmer trafen sich am Abend des 3. Oktober zu einem gemeinsamen Abendessen in der Gerätehalle des MARUM-Gebäudes. Nachdem ausgiebig gegessen wurde, fanden die Preisverleihungen statt.
Die Gustav-Steinmann-Medaille erhielt Stefan Schmid aus Basel, und der Hans-Cloos-Preis wurde an Cornelia Spiegel aus Tübingen (seit Juli 2007 in Bremen) vergeben. Der festliche Rahmen wurde auch genutzt, um den Karl-Heinrich-Heitfeld-Preis für Angewandte Geowissenschaften an Michael Kühn aus Aachen (seit Oktober 2007 am GFZ Potsdam) zu verleihen. Auch bei dieser Festveranstaltung wurde ausgiebig diskutiert und es wurden alte Verbindungen aufgefrischt sowie neue Kontakte hergestellt.
Am Donnerstag, 4. Oktober fand im Anschluss an den Übersichtsvortrag des letzten Hans-Cloos-Preisträgers Thomas Walter die Bernd-Rendel-Preisverleihung statt. Mit dem Bernd Rendel-Preis werden junge, nicht promovierte Geowissenschaftler ausgezeichnet, deren bisheriger Werdegang großes wissenschaftliches Potenzial erwarten lässt. Die mit je 2000 Euro dotierten Preise sollen von den Preisträgern für wissenschaftliche Zwecke wie die Teilnahme an internationalen Kongressen und Tagungen verwendet werden.
Bernd Rendel war ein Student der Geologie und Paläontologie, der, ohne sein Studium abschließen zu können, 1968 einer heimtückischen Krankheit erlegen ist. Seine Mutter hatte eine erhebliche Summe zurückgelegt, um ihn weiter fördern zu können, diese Ersparnisse aber nach seinem Tode nie angegriffen. Sie gelangten schließlich nach ihrem Tode als Erbschaft an einen Verwandten, den Patenonkel des Studenten, Herrn Prof. Rother in Heidelberg, der jedoch ebenfalls keinen persönlichen Gebrauch davon machen wollte und sie zur Errichtung einer Bernd-Rendel-Stiftung an den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft übergab.
In Bremen fand nach 2004 und 2005 die vierte Preisverleihung statt. Der Preis wird mit Angabe einer Frist auf der Webseite der DFG öffentlich bekannt gemacht. Es sind sowohl Eigenbewerbungen als auch Vorschläge durch alle fachlich nahen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zugelassen.
Ein weiterer Höhepunkt der Tagung war der Festvortrag von Prof. Dr. Friedemann Schrenk von der Universität Frankfurt/Senckenberg-Institut zum Thema „Afrika - Wiege der Menschheit“. Der Vortrag fand in der festlichen Oberen Rathaushalle der Stadt Bremen statt.

Am 19. Oktober wurde die Entscheidung über die zweite Runde der Exzellenzinitiative der Bundesregierung und der Länder bekannt gegeben. Die gemeinsame Kommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Wissenschaftsrates hat über 84 Anträge für die Förderlinie Graduiertenschulen und Exzellenzcluster entschieden. Bei den bewilligten Graduiertenschulen gibt es keinen Bezug zu den Geowissenschaften. Bei den Exzellenzclustern sind zwei den Geowissenschaften in Teilen zuzuordnen: Die Exzellenzcluster „Integrated Climate System Analysis and Prediction“ der Universität Hamburg und „The Ocean in the Earth System“ der Universität Bremen. Neben den in der ersten Runde ausgewählten Universitäten: Technische Universität München und LMU München sowie TH Karlsruhe wurden weitere sechs Universitäten für die Förderlinie Zukunftskonzepte ausgewählt: RWTH Aachen, Freie Universität Berlin, Universitäten Freiburg, Göttingen, Heidelberg und Konstanz.
Die Geowissenschaften in Göttingen werden auch von der Förderung der dritten Linie „Zukunftskonzepte“ profitieren. Im Rahmen der Göttinger Courant Forschungszentren wird das Forschungsgebiet „Geobiologie - Die Entwicklung frühen Lebens sowie Gesteins- und Mineralbildungsprozesse unter dem Einfluss von organischer Materie“ gefördert.
Mit dieser Bewilligung ist die erste Phase der Exzellenzinitiative der Bundesregierung und der Länder abgeschlossen. Man geht davon aus, dass nach etwa drei Jahren eine zweite Phase beginnt. Zumindest äußern sich Bund und Länder in dieser Richtung.

Mit besten Grüßen
Ihr Gerold Wefer

 
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