| Gustav-Steinmann-Medaille 1997 an Peter Giese |
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Am 28. Februar 1997 überreichte der Vorsitzende der Geologischen Vereinigung (GV), Prof. Dr. D.H. Welte, im Rahmen der 87. Jahrestagung die Steinmann-Medaille, an Prof. Dr. Peter Giese für seine "Beiträge zur Entwicklung von Orogenen und zur Zusammenarbeit der Geowissenschaften".
In seiner Einführung verwies Prof. Welte darauf, daß der diesjährige Preisträger - Geologe und Geophysiker - es in seiner langjährigen Praxis verstanden hat, geologische Prozesse in ihrer Gesamtheit zu erkennen. Dies führte zu seinem Forschungsschwerpunkt, die Orogenese in den Alpen, Anden, Apenninen und dem Atlas zu untersuchen und zu verstehen. Darüber hinaus soll mit der Vergabe der höchsten Auszeichnung durch die GV an Peter Giese seine Fähigkeit gewürdigt werden, die verschiedensten Fachleute zur Fragestellung von Orogenen zusammenzubringen. Prof. Dr. Rolf Meißner, der die Laudatio hielt, hob Peter Gieses Ideenreichtum und seine nie nachlassende Bereitschaft, Probleme bereitwillig anzupacken, hervor. Peter Gieses frühe Forschungsaktivitäten fielen in die Zeit direkt nach dem Internationalen Geophysikalischen Jahr 1956/57, das die Rolle der Geophysik in das öffentliche Bewußtsein brachte. Neue Institute wurden gegründet, wovon Peter Giese profitierte, als er 1970 die Leitung des 1964 gegründeten Geophysikalischen Instituts an der Freien Universität übernahm. Bereits in seiner Münchener Zeit, aber vor allem dann von Berlin aus war er führend an vielen deutschen und internationalen Projekten beteiligt. Zu nennen wären vor allem DEKORP (Deutsches Reflexionsseismik-Projekt), KTB (Kontinentales Tiefbohrprojekt), EGT (Europäische Geotraverse) und die Anden-Forschergruppe, die mit der Einrichtung des SFB 267 "Deformationsprozesse in den Anden" ihren Höhepunkt erreicht hat. Prof. Meißner betonte auch die Rolle Peter Gieses als "Vereiniger" der auseinanderstrebenden Geowissenschaften und erinnerte an Gieses AWS-Präsidentschaft 1983, während der er eine Reform der geowissenschaftlichen Studiengänge initiierte, die zu einer Zusammenführung der einzelnen Bereiche der Geowissenschaften führen sollte. Indem er auf das Hobby des Preisträgers verwies, betonte er zusammenfassend die vielfältige "Lokomotiven"-Funktion von Peter Giese in den Geowissenschaften. Natürlich setzte sich auch Peter Giese in seiner Dankesrede zunächst mit der Person von Gustav Steinmann auseinander, den er ebenfalls eher einen Geowissenschaftler nennen würde. Und er sprach das Verdienst der GV an, im Sinne der "Geowissenschaften" eine Vorreiterrolle zu spielen. Als Erklärung für seinen Erfolg bot er seine Abneigung an, in der Masse mitzulaufen. Er zöge es vielmehr vor, am Rand zu bleiben und so einen besseren Überblick zu behalten, ohne sich vorzudrängeln. Als wichtigste Eigenschaft für den Erfolg wertet er aber seine Geduld zu warten, bis die Dinge "reif" sind. So war seine Behauptung von zwei Mohos unter den Alpen lange umstritten, bevor er und seine Mitarbeiter dies Anfang der 90er Jahre nach aufwendigen Arbeiten an altem und neuem Datenmaterial bestätigen konnten. Am Herzen lag ihm aber auch die Integration der Geowissenschaften in Lehre und Forschung, die er im eigenen Hause schon früh und als Präsident der Alfred-Wegener-Stiftung dann in größerem Maßstab vorantrieb. Auch hier zeige sich, daß man Geduld haben müsse: nun, fast 15 Jahre später, setze sich dieser Gedanke langsam durch. Abschließend galt sein Dank seinen Kollegen und Mitarbeitern im In- und Ausland, vor allem aber seiner Frau. |
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Am 28. Februar 1997 überreichte der Vorsitzende der Geologischen Vereinigung (GV), Prof. Dr. D.H. Welte, im Rahmen der 87. Jahrestagung die Steinmann-Medaille, an Prof. Dr. Peter Giese für seine "Beiträge zur Entwicklung von Orogenen und zur Zusammenarbeit der Geowissenschaften".
