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Gustav-Steinmann-Medaille 1996 an Dieter Meischner PDF Print E-mail
Anläßlich der 86. Jahrestagung in Amsterdam verlieh die Geologische Vereinigung am 23. Februar 1996 die höchste Auszeichnung, die sie vergeben kann, an Prof. Dr. Dieter Meischner aus Göttingen. Prof. Dr. Dietrich Welte (Jülich) überreichte dem Preisträger die Medaille ,für seine innovativen und fachübergreifenden Arbeiten zur Geologie fossiler und rezenter Sedimente" und stellte ihn in eine Reihe mit Steinmann-Medaillen-Empfängern wie Roland Brinkmann, Karl Correns, Wolf von Engelhardt, Adolf Seilacher, Martin Schwarzbach und Hans Stille. Alle diese Geologen verbinde, daß sie starke Persönlichkeiten seien oder gewesen seien.

Prof. Dr. Wolfgang Franke (Gießen) hob die synoptische Sichtweise des Preisträgers hervor, die danach strebt, die einzelnen Aspekte einer Sache zusammenzuführen. Regionale Geologie müsse immer im größeren Zusammenhang gesehen werden. Aber auch sein Umgang und die Zusammenarbeit mit Studenten und Kollegen unterstehe diesem Prinzip. Eine Prämisse Meischners sei: "Wissenschaft soll Spaß machen."

Wissenschaft benötigt aber auch die Kommunikation darüber, was und wie geforscht wird. Auch hierin habe Dieter Meischner seinen Studenten und Kollegen eine Menge mitgegeben, da er sich immer bemühe, genau zu formulieren, die Dinge auf den Punkt zu bringen, sowohl verbal als auch zeichnerisch. Wolfgang Franke führt auf diese besondere didaktische Fähigkeit die unverhältnismäßig große Anzahl erfolgreicher Geowissenschaftler zurück, die als Studenten bei Dieter Meischner waren: Wenn einer was zu sagen habe, dann ziehe er interessierte Leute an, fördere ihre Talente, provoziere sie und verhelfe ihnen so zu neuen Ideen und neuen Wegen.

Seine Dankesrede begann Dieter Meischner mit einer kleinen Statistik, die verdeutlichte, daß über die Hälfte der bisherigen Empfänger der Gustav-Steinmann-Medaille entweder aus Göttingen oder tot seien. In seiner bekannten Art führte der Göttinger dann aus, daß er nicht mit Gustav Steinmann verglichen werden wolle, daß er aber weiterhin im Sinne Gustav Steinmanns wirken werde, bis er auch die zweite Bedingung für den Erhalt der Medaille erfülle.

 
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