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Brief des Vorsitzenden aus GMit 33 PDF Print E-mail

Seite des Vorsitzenden GMit 33

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

zuerst möchte ich auf Planungen für Tagungen in den nächsten Jahren eingehen. Die diesjährige Tagung, die gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften (DGG) vom 29. September bis 2. Oktober 2008 in Aachen veranstaltet und vom Kollegen R. Littke organisiert wird, steht unter dem Thema „Resources and Risks in the Earth System“. Sie können sich anmelden unter: http://www.geo2008.de. Im nächsten Jahr laden uns die Göttinger Kolleginnen und Kollegen vom 28. – 30. September 2009 zur Jahrestagung der GV ein. Organisiert wird die Tagung durch die Kollegen G. Wörner, J. Reitner und H. von Eynatten. Thema wird sein: „Deep Earth Control on Planetary Life“. Das Jahr 2010 ist für die Geologische Vereinigung ein Jubiläumsjahr. Vor einhundert Jahren, am 8. Januar 1910, fand im Senckenbergischen Museum zu Frankfurt am Main die Gründungsversammlung der Geologischen Vereinigung statt. Wir wollen dieses Jubiläum gebührend feiern und planen am Montag, dem 4. Oktober 2010, eine Festveranstaltung im heutigen Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum in Frankfurt. Dieser Tag ist Teil einer gemeinsamen Tagung in Darmstadt vom 4. – 7. Oktober 2010, die vom Kollegen A. Hoppe geplant wird. Neben der Geologischen Vereinigung werden sich die Deutsche Gesellschaft für Geowissenschaften, die Deutsche Mineralogische Gesellschaft und weitere Gesellschaften an der Tagung beteiligen. Für 2011 ist die Jahrestagung an der LMU in München geplant, organisiert von A. Friedrich, H.-P. Bunge und D. B. Dingwell. Sie sehen an dieser Auflistung, dass wir für die nächsten Jahre sehr attraktive geowissenschaftliche Standorte für unsere Jahrestagung und internationale Konferenz gewinnen konnten.

Von der UN wurde das Jahr 2008 als „Year of the Planet Earth (IYPE)” ausgerufen, und ein Höhepunkt war die Tagung „System Erde-Mensch – Handlungsoptionen und Managementstrategien“, die am 12. und 13. Juni 2008 im dbb forum Berlin stattfand. Die Tagung beschäftigte sich mit Zukunftsthemen der Geowissenschaften und der Bedeutung geowissenschaftlicher Forschung für Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. In 32 Vorträgen wurden folgende Themen behandelt: die Erde als Planet, die Erde als dynamisches System, die Erde als Ökosystem im Wandel, die Erde als Nutzungs- und Gestaltungsraum, Georisiken, Georessourcen und neue Technologien. Veranstaltet wurde die Tagung von der Senatskommission der DFG für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsforschung und der GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung.

In einer Podiumsdiskussion wurde auch auf die Frage eingegangen: „Wohin geht es mit unserem Planeten? Zukunftsaufgaben der Geowissenschaften“ und in einer Abschlussdiskussion wurden Forschungsstrategien für die Zukunft angesprochen. Beklagt wurde, dass der Unterricht der physischen Geographie in den Schulen ständig reduziert wird. Das Problem liegt darin, dass die Geographie in der Regel zu den geisteswissenschaftlichen Fächern gehört. Vorgeschlagen wurde, dass geowissenschaftliche Angebote für alle naturwissenschaftlichen Fächer gemacht werden sollten. Bemerkt wurde auch die zurzeit harte Konkurrenz mit anderen Fächern an den Universitäten. Um neue Bereiche einzurichten, müssen bei reduziertem oder konstantem Haushalt andere Bereiche geschlossen oder reduziert werden. Da die Auslastung mit Studierenden in den Geowissenschaften häufig nicht erreicht wird, werden oft Einsparungen bei den geowissenschaftlichen Fächern vorgenommen. Empfohlen wird, die Fächergrenzen noch stärker zu überwinden, Schwerpunkte zu entwickeln und Verbünde mit anderen Disziplinen innerhalb der Universität oder mit außeruniversitären Einrichtungen zu schließen.

Diskutiert wurde ein möglicher Konflikt zwischen neugiergetriebener und anwendungsorientierter Forschung. Dieser Konflikt wird nicht gesehen, da beide Bereiche eng verzahnt sind. Häufig werden Innovationen über einen engen Kontakt mit anderen naturwissenschaftlichen Fächern erreicht. Wichtig ist auch die Methodenentwicklung, da dadurch in der Regel erst Durchbrüche möglich werden. Appelliert wurde auch daran, die Finanzierung von kleineren Gruppen noch stärker zu ermöglichen und die geowissenschaftliche Forschung nicht nur auf das Thema „Mensch – Erde“ zu beschränken. Diskutiert wurden auch Beratungstätigkeiten, die immer auf einer fundierten wissenschaftlichen Basis aufbauen sollten. Wissenschaftliche Beratung sollte möglichst im Vorfeld stattfinden, bevor das Thema öffentlich diskutiert wird. Dies ist möglich, weil die Wissenschaft über frühzeitige Signale verfügt. Von den Teilnehmern wurde die Tagung als sehr gelungen angesehen. An den zwei Tagen wurde ein umfassender Überblick über die vielfältigen Themen und Forschungsaktivitäten der Geowissenschaften vermittelt. In den Pausen und im Anschluss an Vortragsblöcke bestand auch ausreichend Zeit zur ausführlichen Diskussion der angesprochenen Herausforderungen, die Geowissenschaftler in der Zukunft zu bewältigen haben.

In der Hoffnung, Sie während der nächsten Jahrestagung Ende September in Aachen wieder zu treffen, verbleibe ich

mit besten Grüßen
Ihr
Gerold Wefer

 
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