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2009 Earth Control on Planetary Life and Environment, Göttingen PDF Print E-mail

Earth Control on Planetary Life and Environment

Die diesjährige, 99. Jahrestagung der Geologischen Vereinigung e.V. (GV) fand vom 05.-07. Oktober 2009 am Geowissenschaftlichen Zentrum der Universität Göttingen mit ca. 200 Teilnehmern statt.

Am ersten Tag wurden Vorträge zu unseren Archiven, zur Dokumentation von Umwelt- und Klimabedingungen sowie zum Magnetismus und zur Entwicklung der Erde gehalten. Der Montag wurde abgeschlossen in der schönen Aula der Universität durch einen interessanten öffentlichen Vortrag von Hartmut Seyfried zum Thema „Ein Planet organisiert sich selbst“. Die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen veranstaltete mit Beteiligung der Jungen Akademie am Dienstag unter Federführung von Gerhard Wörner und Hildegard Westphal das 1. Gauss-Symposium zum Thema „Der Einfluss von Prozessen in der tiefen Erde auf Geschichte, Zivilisation und Leben“ veranstaltet. Nach fünf Übersichtsvorträgen wurden in einem Rundgespräch die in den Vorträgen aufgeworfenen Fragen diskutiert. Am Nachmittag war genug Zeit vorhanden, die etwa 100 Poster zu besuchen und mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in persönlichen Gesprächen neue Forschungsergebnisse zu diskutieren. Am Mittwoch fanden drei Parallelveranstaltungen zu den Themen „Früher Planet und Leben“, „Geomikrobiologie und Biogeochemie“ und „Tektonik und Sedimentologie“ statt. Die einzelnen Themen wurden jeweils durch Plenarvorträge eingeleitet. Insgesamt wurden während der Tagung etwa 90 Vorträge gehalten, davon waren 15 Übersichtsvorträge. Sowohl die Vorträge als auch die Poster hatten ein hohes internationales Niveau. Die besten drei studentischen Posterbeiträge wurden wie üblich zum Abschluss der Tagung für den wissenschaftlichen Inhalt und eine vorbildliche Gestaltung ausgezeichnet.

Anlässlich der Jahrestagung wurden folgende Ehrungen der GV vorgenommen:

Gustav-Steinmann-Medaille 2009 an Michael Sarnthein

Die Geologische Vereinigung verlieh Michael Sarnthein die Gustav Steinmann–Medaille 2009 in Würdigung seiner herausragenden Arbeiten zur Paläo-Ozeanographie des Atlantischen Ozeans.
Michael Sarnthein hat mit seinen wissenschaftlichen Arbeiten das Verständnis der spätneogenen Entwicklung des Ozean-/Klimasystems wesentlich bereichert. Seine Leidenschaft für das wissen­schaftliche Detail hat seine eigenen Arbeiten geprägt und ihn zu einem herausragenden Stra­tigraphen gemacht. Er war einer der ersten Paläozeanographen, der eine zeitlich hohe Auflösung bei maximaler zeitlicher Präzision in einem “Multiproxy”-An­satz konsequent angewendet hat. Seine hochaufgelösten Klimarekonstruktionen im Nordatlantik gehören heute zu den be­deutendsten Arbeiten im Feld der “millennial-scale climate variability”. Seine frühen Arbeiten über die Auftriebsgeschichte vor Westafrika sind bis heute Meilensteine hinsichtlich der Kopplung von Klimaveränderungen mit der ozeanischen Produktivität. Seine Staubrekonstruktionen sind “Klassiker” in der Literatur der atmosphärischen Zirkulation der letzten Jahrtausende bis Jahrmillionen geworden. Seine Arbeiten zu Klima- und Umweltverände­rungen in der monsunalen Welt, stellen ebenfalls wissenschaftliche Durchbrüche dar, die ihrer Zeit weit voraus waren.
Zahlreiche seiner Doktoranden und Doktorandinnen arbeiten heute weltweit in Schlüsselpositionen im Fach Paläo-Ozeanographie und in der Klimaforschung. Sein interdisziplinäres Denken und sein herausragender Einsatz haben nicht zuletzt die heutige Meeresgeologie und Paläo-Klimaforschung entscheidend geprägt. Die deutsche Meeresgeologie wäre ohne Michael Sarnthein nicht auf dem heutigen hohen internationalen Stand.


Hans-Cloos-Preis 2009 an Andreas Busch

Die Geologische Vereinigung e.V. verlieh Andreas Busch für seine experimentellen, geologisch-petrographischen und theoretischen Arbeiten zu Gasspeicherung und Gastransport in Kohleflözen die Gustav-Steinmann-Medaille.
Andreas Busch trug durch seine Studien zu einem deutlich verbesserten Verständnis der Gasspeicherung und des Gastransportes in Kohleflözen bei. Er untersuchte Kohleflöze als sorptive CO2 Speicher in Verbindung mit der Gewinnung von Methan-Flözgas als umweltfreundlichem Energieträger. Dazu führte er umfangreiche Experimentserien zum Sorptionsverhalten natürlicher Kohlen für CO2 und Methan unter erhöhten Druck- und Temperaturbedingungen durch und entwickelte Konzepte zur Umsetzung der experimentellen Ergebnisse im Zuge von „Carbon Capture and Storage“ (CCS) Aktivitäten. In den folgenden Jahren erweiterte Herr Busch seine Forschung­saktivitäten zur CO2-Speicherung auf die Themenbereiche „Integrität von Deckschichten“, „CO2-/Wasser-/Mineralwechsel­wirkungen“ und die numerische Simulation von Gas­transport­prozes­sen im Untergrund.

Durch zahlreiche Publikationen, Konferenzbeiträge und Organisation von Symposien erwarb sich Herr Busch den Ruf eines anerkannten Experten auf dem Gebiet der CO2-Speicherung im geologischen Untergrund.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
v.l.n.r.: Michael Sarnthein (Gustav-Steinmman-Medaille), Gerold Wefer (GV-Vorsitzender), Andreas Busch (Hans-Cloos-Preis)

 

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GV-Preise für ausgezeichnete studentische Posterbeiträge

Anlässlich der Jahrestagung 2009 der Geologischen Vereinigung in Göttingen wurden drei studentische Posterbeiträge aus insgesamt 30 Postern prämiert. Die Auswahl der Posterjury (F. von Blanckenburg, H. von Eynatten, H. Kudrass) berücksichtigte die Darstellung der Arbeitshypothese, der angewandten Methoden, der gewonnenen Daten und vor allem die Zusammenfassung der Ergebnisse und nicht zuletzt deren wissenschaftlichen Wert.

Den ersten Preis erhielt Nicolaas Glock (IFM-GEOMAR Kiel) zusammen mit seinen Kollegen A. Eisenhauer, Y. Milker, V. Liebetrau und J. Schönfeld für die Arbeit: The sensitivity of pore density of Bolivina spissa to ambient oxygen and/or nitrate concentration in sediment bottom water. Das Poster überzeugte durch die gut gelungene Differenzierung und plakative Darstellung der Arbeitsschritte. Die Untersuchungen zeigen, dass die Porendichte im Gehäuse benthischer Foraminiferen als ein Näherungswert für den Sauerstoff-, bzw. den Nitratgehalt des Bodenwassers dienen können.

Der zweite Preis wurde für das Poster „Laacher See carbonatites: genetic and temporal link to a stratified phonolitic magma chamber“ von Florian Wetzel (ETH Zürich) und Co-Autoren A. K. Schmitt, K. M. Copper, H. B. Zou und G. Wörner verliehen. Das Poster gibt einen leicht verständlichen Einblick in die petrologischen Prozesse, die kurz vor dem Ausbruch in der Magmakammer des Vulkans unter dem Laacher See abliefen.

Angela Forchielli (FU Berlin), M. Steiner, H. Keupp, S. Hu und G. Li erhielten den dritten Preis für ihr Poster „Taphonomy of early Cambrian Chengjiang fossils and phosphatized tissues“, auf dem sie nachweisen, dass die heutige Phosphaterhaltung der ersten Organismen hauptsächlich auf eine diagenetische Umwandlung zurückzuführen ist.

Hermann Rudolf Kudrass, Hannover

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
v.l.n.r. Angela Forchielli (3. Preis), Nicolaas Glock (1. Preis), Florian Wetzel (2. Preis)

 
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