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Liebe Kolleginnen und Kollegen, der Vorstand der Geologischen Vereinigung hat beschlossen, diese Seite gelegentlich von den stellvertretenden Vorsitzenden (Mark Handy, FU Berlin und Friedhelm von Blanckenburg, Uni Hannover) gestalten zu lassen. Anstelle des Vorsitzenden Gerold Wefer, Uni Bremen, ergreifen wir hiermit also erstmals das Wort. Wie dies auch bei anderen Gesellschaften üblich ist, werden wir diese Seite nutzen, um unsere Gedanken zu Entwicklungen der Geowissenschaften in Deutschland zur Diskussion zu stellen. Anfang April haben viele von uns gemeinsam mit 8.000 europäischen und weltweit angereisten Teilnehmern an der exzellenten Jahrestagung der EGU in Wien teilgenommen. Das Themenspektrum stellte ein überaus charakteristisches Spiegelbild dessen dar, was Geowissenschaften heute ausmachen. Neben den klassischen geowissenschaftlichen Disziplinen Geophysik, Geologie, Mineralogie und Geochemie umfasste es die Themen Atmosphärenwissenschaften, Biogeowissenschaften, Klima, Kryosphäre, Erd- und Weltrauminformatik, Ressourcen und Umwelt, Geodäsie, Geomorphologie, geowissenschaftliche Geräte, Hydrologie, Naturkatastrophen, nichtlineare Prozesse in der Geophysik, Ozeanwissenschaften, planetare und solare Prozesse und Bodensysteme. Dazu kamen interdisziplinäre Symposien wie zum "Unterricht in den Geowissenschaften" oder "Große Debatten in den Geowissenschaften" mit einer Diskussion zur Kohlenstoffsequestrierung im Kontext der globaler Erwärmung. Es ist diese Vielfalt, die Interdisziplinarität und der Austausch mit so vielen internationalen Kolleginnen und Kollegen, die dieses Treffen so attraktiv machen. Können nationale Jahrestreffen mit dieser Vielfalt überhaupt noch in Konkurrenz treten? Diese Frage beschäftigt vermutlich regelmässig die Vorstände der deutschen Gesellschaften. Uns selber fällt es bisweilen schwer, unseren Studierenden und Doktoranden ob der beachtlichen Auswahl an Jahrestreffen eine konkrete Empfehlung zu geben. Vor allem diejenigen von uns, die interdisziplinär arbeiten, würden mehr Breite bevorzugen als dies auf den spezialisierten Gesellschaftstagungen gemeinhin angeboten werden kann. Dennoch gelingt es immer wieder, gut besuchte und wissenschaftlich auf hohem Niveau stehende Treffen zu organisieren. Die GV geht zwei Wege. Einerseits finden die Jahrestagungen mit einem Thema statt, das, wenn gut organisiert, die Tagung zu einem Erfolg macht. Ein Beispiel war die letztjährige Tagung "The Oceans in the Earth System", das an der Universität Bremen veranstaltet wurde. Einen zweiten Weg bieten gemeinsame Tagungen. Dieses Jahr wird die GV gemeinsam mit der DGG in Aachen eine Jahrestagung mit dem Thema "Resources and Risks in the Earth System" veranstalten. Das Programm verspricht, ein großer Erfolg zu werden. Möchte man den geowissenschaftlichen Nachwuchs für unsere Gesellschaften gewinnen, so sind gemeinsame, interdisziplinäre Tagungen der Weg. Ähnliche gemeinsame Tagungen sind unter anderem auch mit der Deutschen Mineralogischen, der Deutschen Geophysikalischen, der Paläontologischen Gesellschaft oder auch mit "Sediment" denkbar, im Moment aber nicht in Planung. Schliesslich sind die traditionellen Fächer Geologie, Paläontologie, Mineralogie und zum Teil auch Geophysik an fast allen Standorten in allgemeinen geowissenschaftlichen Studiengängen aufgegangen, und für den Nachwuchs sollten die Tagungen diese Interdisziplinarität zumindest gelegentlich widerspiegeln. Immerhin ist die gemeinsame studentische Migliedschaft zwischen DMG und GV ein Erfolg. Dies sollte ein Zeichen sein. Die Zusammenarbeit der Gesellschaften auf der Arbeitsebene ist neben großen Zusammenschlüssen wie der "GeoUnion" ein einfacher und praktischer Weg, das Fach zeitgemäß auf nationaler Ebene darzustellen. Vielleicht können die Gesellschaften in den nächsten Jahren hier einen Schwerpunkt setzen. Friedhelm von Blanckenburg & Mark Handy
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