| Rezension Neuerscheinung "Vulkane der Eifel" 2009 |
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Schmincke, H.-U.: Vulkane der Eifel. - 160 S., 185 farb. Abb., Hardcover Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg 2009
Auf dieses Buch haben interessierte Laien und Fachleute lange gewartet. Über 20 Jahre nach dem Erscheinen des Bandes "Vulkane im Laacher See-Gebiet", der längst vergriffen ist, veröffentlicht der international renommierte Vulkanologe Hans-Ulrich Schmincke sein neuestes Werk über den Vulkanismus der gesamten Eifel. Wie schon sein erfolgreiches Lehrbuch "Vulkanismus" besticht auch dieser Band von der ersten bis zur letzten Seite durch hervorragende Abbildungen und einen informativen aber kurzweiligen Text, der den aktuellen Stand des Wissens vermittelt. Schmincke versteht es außerordentlich gut, auch komplexe Zusammenhänge spannend und mit einer klar verständlichen Sprache darzulegen und dennoch stets wissenschaftlich präzise zu sein, an einzelnen Stellen durch Pointen gewürzt. Das Buch lädt regelrecht zum "Naschen" oder aber zum Durchlesen von vorne bis hinten ein, wobei der Leser kaum merkt, dass er nebenher den Inhalt einer ganzen Vulkanologie-Vorlesung in sich aufnimmt. Nach zwei einleitenden Kapiteln über Ursachen und Verbreitung des Eifelvulkanismus werden sowohl die basaltischen als auch die älteren explosiven Vulkankomplexe ausführlich abgehandelt. Anhand von zahlreichen Fotos beschreibt und erklärt Schmincke sehr anschaulich verschiedene vulkanische Phänomene, so dass der Leser mit Mechanismen und Ablagerungen von Vulkaneruptionen vertraut wird. Die nächsten beiden Kapitel widmen sich ganz dem Verlauf und den Auswirkungen der gewaltigen Laacher See-Eruption vor 12.900 Jahren, von Aschefächern über Glutlawinenablagerungen bis zum Aufstauen des Rheins. Sinngemäß folgt das Kapitel "War's das?", in dem die Frage zukünftiger Ausbrüche in der Eifel nach aktuellen Erkenntnissen diskutiert wird. Das letzte Kapitel zu Beziehungen zwischen Menschen und Vulkanen am Beispiel der über 2000 Jahre alten Steinindustrie in der Eifel endet mit einem Plädoyer zur Erhaltung der Steinbrüche als Bio- und Geotope. Abgerundet wird das Buch durch ein Glossar und ein bewusst knapp gehaltenes Literaturverzeichnis. Einziger Kritikpunkt hier ist das Fehlen eines Orts- und Sachregisters, um das gezielte Nachschlagen zu erleichtern. "Vulkane sind etwas fürs Auge" - diesem Satz aus dem Vorwort trägt das Buch voll Rechnung. Schmincke wird zweifellos das Verdienst gebühren, dass die Eifelvulkane zukünftig mehr Besucher anziehen werden und ihre Faszination sich auf Menschen auch ohne geologische Vorbildung überträgt. Das Buch ist sowohl für Laien als auch für Studenten der Geowissenschaften oder Fachleute eine Bereicherung. Es ist zu hoffen, dass der im Vorwort angekündigte ausführliche Exkursionsführer bald erscheinen und durch vulkanologische Karten ergänzt sein möge. Andreas Klügel, Universität Bremen
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