Einen Moment,
die Seite wird geladen...
Home arrow GV Annual Meetings arrow 10.10.2010 Jubilee "100 years GV", Frankfurt
10.10.2010 Jubilee "100 years GV", Frankfurt PDF Print E-mail




100 Jahre Geologische Vereinigung
Geologische Vereinigung - 100 years old

  

 
Foto-Galerie 100 Jahre GV / Photo gallery 100 years GV >>>

The Geologische Vereinigung was established on January 8, 1910 in the Senckenberg Museum in Frankfurt. The 100-year anniversary has been celebrated in the place of its birth on October 10, 2010.

---------------------------------------

Am 8. Januar 1910 wurde im Senckenbergischen Museum zu Frankfurt die Geologische Vereinigung gegründet. In diesem Jahr wurde das 100-jährige Jubiläum der GV mit einer Festveranstaltung am 10. Oktober im Senckenberg Institut und Museum als Teil der Tagung GeoDarmstadt2010 feierlich begangen. In kurzen Beiträgen berichteten Friedhelm von Blanckenburg, Mark Handy, Gerald Haug und Hildegard Westphal über neueste Ergebnisse aus unterschiedlichen Bereichen der Geowissenschaften. In einem spannenden und provozierenden Vortrag blickte Celâl Sengör auf 100 Jahre Geologie-Geschichte zurück. Eingebunden in die Festveranstaltung war die Verleihung von Auszeichnungen: die Gustav-Steinmann-Medaille erhielten Judy McKenzie aus Zürich und Celâl Sengör aus Istanbul. Bericht zu den GV-Ehrungen >>>
Die Bernd-Rendel-Preise 2010 und der Albert-Maucher-Preis 2010 der DFG wurden ebenfalls verliehen.
Bericht zur Rendel-Preisverleihung >>> / Bericht zur Maucher-Preisverleihung >>> 

Den Musikschülern der Musterschule Frankfurt danken wir für die musikalische Umrahmung der Festveranstaltung.

Im Anschluss an die Jubiläumsveranstaltung bestand die Möglichkeit des Gedankenaustausches bei der Icebreaker-Party in der Dinosaurierhalle des Senckenberg-Museums. Der Leitung des Senckenberg-Instituts in Frankfurt sei an dieser Stelle sehr herzlich für die Gastfreundschaft gedankt.

---------------------------------------

 
GV-Ehrungen

Anlässlich der Jubiläumsveranstaltung wurde die Verleihung von zwei Gustav-Steinmann-Medaillen der Geologischen Vereinigung vorgenommen.

Judith McKenzie konnte die Medaille aus 2008 entgegennehmen und
Celâl Sengör wurde die Steinmann-Medaille 2010 verliehen.

 














v.l.:
Prof.Dr. Gerold Wefer (GV-Vors.),
Prof.Dr. Judith McKenzie,
Prof.Dr. Celâl Sengör

Foto: Angela Spitzlei


------------------------------------------

 

Die Geologische Vereinigung e.V. verleiht A.M. Celâl Şengör für seine grundlegenden Arbeiten zur Tektonik von Asien und zur Geschichte der Geologie die Gustav-Steinmann-Medaille 2010.

Celâl Şengör ist einer der besten Kenner der Geologie von Asien, das er selbst intensiv bereist und erforscht hat. Das zentrale Thema seiner Forschung ist die Rekonstruktion der Plattenbewegungen vom Paläozoikum bis heute, die zur heute vorliegenden Collage von kontinentalen Fragmenten, ‚islands arcs’ und ozeanischen Resten der verschiedenen und verschieden alten Tethys-Arme geführt haben. Seine grundlegenden Arbeiten decken fast den ganzen Raum zwischen den Suturen von Südwest-China über Tibet bis nach Iran und in die Türkei ab. Mit diesen Arbeiten hat Celâl Şengör wie kein anderer die ‚Tectonique de l’Asie’ von Argand neu belebt. Weitere seiner Arbeiten behandeln in exemplarischer Weise geodynamische Prozesse wie die Bildung von Mélanges oder Akkretionskeilen, von Rift-Becken oder die Rolle von intrakontinentalen, „epirogenetischen“ Bewegungen.

Şengör lebt true scholarship mit großer Leidenschaft. Er stellt alle seine Betrachtungen in einen historischen Zusammenhang und ist dem historischen Erbe, der Geschichte unserer Wissenschaft verpflichtet. Er lehrt seit 1981, seit 1992 als Professor, an der Technischen Universität Istanbul, wo er durch seine Tätigkeit viel für den Anschluss seines Landes an die moderne Geologie bewirkt und sich mit Zivilcourage für die Freiheit der Wissenschaft eingesetzt hat. Sein persönlicher Einsatz für unsere Wissenschaft hat ihm viele internationale Ehrungen eingetragen; mit der Geologischen Vereinigung ist Celâl Şengör, nicht zuletzt durch seine Initiative zur Publikation der ‚Milestones in Geosciences’, seit Jahren verbunden.

Durch die Verleihung der Gustav-Steinmann-Medaille möchte die Geologische Vereinigung die wegweisenden Beiträge von Celâl Şengör zum Verständnis der Tektonik asiatischer Gebirge und zur Geschichte der Geologie würdigen und ihn als herausragenden Geologen seiner Generation ehren.

------------------------------------------

Die Geologische Vereinigung verleiht Judy McKenzie die Gustav-Steinmann–Medaille 2008 in Würdigung ihrer herausragenden Leistungen auf den Gebieten der Biogeochemie, der Geomikrobiologie und der Klimageschichte.

Ihre Arbeiten konzentrieren sich auf die Rekonstruktion von Klima- und Umweltveränderungen sowie auf geochemische Zyklen in chemischen Sedimenten. Sie hat unter anderem das Barriereriff von Australien, hypersaline Lagunen von Brasilien und Seen in der Schweiz untersucht. Der Einfluss des Menschen auf solche Systeme nimmt einen besonderen Raum in ihrer Forschung ein. Judy McKenzie hat in der Geomikrobiologie und Biomineralisation wegweisende Beiträge geleistet, z.B. zum Einfluss von Mikroben auf Karbonatausfällungen im Rezenten und in der frühesten Erdgeschichte. Seit 1987 forscht und lehrt Judy McKenzie an der ETH Zürich. Über viele Jahre hat sie sich wissenschaftlich und strukturell im Ozeanbohrprogramm ODP/IODP engagiert und ist in mehreren internationalen Gesellschaften aktiv. Als wissenschaftliche Lehrerin und Mentorin kann sie auf eine Vielzahl erfolgreicher Schülerinnen und Schüler blicken. Judy McKenzie hat das Fach der Geologie nicht nur inhaltlich geprägt, mit ihrem Stil hat sie die Forschungslandschaft verändert. Die Geologische Vereinigung ehrt sie als richtungweisende Forscherin und herausragende Persönlichkeit.

-----------------------------------------------------------


Vier Forscherinnen erhielten Bernd-Rendel-Preis 2010

jp. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zeichnete vier Nachwuchswissenschaftlerinnen aus den Geowissenschaften mit dem Bernd Rendel-Preis 2010 aus. Die Forscherinnen haben bereits früh in ihrer wissenschaftlichen Karriere wichtige und originelle Beiträge zur geologischen Grundlagenforschung geleistet. Der Bernd Rendel-Preis ist mit je € 2000 dotiert und soll den Preisträgerinnen die Teilnahme an internationalen Kongressen und Tagungen ermöglichen. Die jungen diplomierten, aber zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht promovierten Forscherinnen erhalten den Preis für herausragende Diplomarbeiten, laufende Dissertationen oder andere Forschungsarbeiten. Die Preise wurden am 10. Oktober 2010 im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung zum 100-jährigen Bestehen der Geologischen Vereinigung in Frankfurt am Main verliehen.
Die diesjährigen Preisträger sind: Diplom-Geologin Juliane Hinz (27), Eberhard Karls Universität Tübingen; Olga Narygina (27), Master of Sciences in Physik, University of Edinburgh; Diplom-Geophysikerin Rebekka Steffen (24), University of Calgary; Diplom-Geoökologin Claudia Wrozyna (28), Technische Universität Braunschweig

Bernd-Rendel-Preis 

Juliane Hinz beschäftigt sich mit der Rekonstruktion fossiler Wälder. In ihrer Diplomarbeit hat sie mithilfe moderner 3D-Techniken aus Funden einen oberjurassischen Araukarienwald aus dem chinesischen Junggar-Becken abgebildet. Dabei modellierte sie die einzelnen Pflanzen detailgetreu und führte diese dann mit Geländedaten zusammen, um ein möglichst wirklichkeitsgetreues Bild des Waldes zu erhalten. Ihre Arbeitsweise, moderne Modellierungsmethoden auf die Paläontologie anzuwenden, ermöglicht ein umfassenderes Verständnis von Paläo-Ökosystemen. In einem weiteren Themenschwerpunkt vergleicht Juliane Hinz die Biomechanik des Hüftgelenks von Dinosauriern und Säugetieren. Bei Säugetieren bildet das Becken eine stabile Querverbindung, während die Beckenknochen der meisten Dinosaurier nicht verbunden waren. Eine detaillierte Analyse soll klären, was dieser Unterschied für die Bewegungsmuster von Dinosauriern und Säugetieren bedeutet.
Olga Narygina ist eine Grenzgängerin zwischen Physik und Mineralogie. In ihrer Doktorarbeit am Bayerischen Geoinstitut untersuchte sie mit außergewöhnlichem Geschick die Beschaffenheit des Erdkerns in Experimenten unter extremen Drücken und Temperaturen. Ihre Arbeiten trugen unter anderem zu der Entdeckung bei, dass der überwiegende Teil der Minerale im Erdkern trotz hohen Drucks für Wärme und Licht transparent bleiben. Daher könnte der Wärmefluss vom Erdkern in den Erdmantel bis zu 50 Prozent höher sein als bislang angenommen. Diese Erkenntnisse liefern einen wichtigen Beitrag für das Verständnis der Entstehung von sogenannten thermalen „Superplumes“ im Erdmantel. Weiterhin beschäftigt sich Frau Narygina mit Synchrotronstrahl-Untersuchungen von Silikat-Perowskit, dem Hauptbestandteil des unteren Erdmantels, unter den dort herrschenden Druck- und Temperaturbedingungen.
Die Grenze zwischen Erdmantel und -kruste war das Thema der Diplomarbeit von Rebekka Steffen. Sie kombiniert darin Bodenmessungen mit Satellitenmessungen im Gebiet Tian-Shan in Zentralasien und der Erdbebenregion Almaty (Kasachstan). Damit gelang es ihr, auch diese unzugängliche Region dreidimensional abzubilden und Aussagen über die Beschaffenheit der Erdkruste zu treffen. In ihrer Doktorarbeit befasst sich Steffen außerdem mit der Hudson Bay als einem der seismisch aktivsten Gebiete Kanadas. Dort untersucht sie vor allem die Interaktion zwischen abschmelzenden Gletschern und der Erdkruste. Ziel ist es, die Entstehung der Beben besser zu verstehen. Eine mögliche Anwendung der Erkenntnisse: Regionen für erdbebensichere Endlager radioaktiven Abfalls auszumachen.
Anhand von Muschelkrebsen auf dem Tibetischen Hochplateau untersucht Claudia Wrozyna langfristige Veränderungen der Umwelt sowie kurzfristige Ereignisse der letzten rund 8000 Jahre, die aus den Sedimenten des Nam Co-Sees auf dem „dritten Klimapol der Erde“ ableitbar sind. Denn die genaue Betrachtung einzelner sogenannter Ostrakoden sowie größerer Verbünde dieser Lebewesen ermöglicht es, sowohl das Paläoklima als auch die Zusammensetzung der Ökosysteme zu rekonstruieren. Ein Ziel ihrer Arbeit ist es herauszufinden, welchen Einfluss der Mensch auf die ökologischen Veränderungen dort und somit in der Folge auch auf das asiatische Monsunsystem hat.

Der Bernd Rendel-Preis wird seit 2002 verliehen. Er erinnert an den früh verstorbenen Geologiestudenten Bernd Rendel, dessen Angehörige eine Stiftung gleichen Namens ins Leben riefen, die jährlich die Mittel für den Preis bereitstellt. Weiterführende Informationen zum Bernd Rendel-Preis sowie zu den diesjährigen Preisträgerinnen finden Sie im Internet unter:

Verleihung der Bernd Rendel-Preise 2010 während der Jubiläumsveranstaltung zum 100-jährigen Bestehen der Geologischen Vereinigung in Frankfurt am Main.




v.l.: Dr. Kristian Remes (DFG), Claudia Wrozyna, Rebekka Steffen, Olga V. Narygina, Juliane Hinz, Prof. Gerold Wefer (GV)
Fotos: Angela Spitzlei

-

-----------------------------------------------------------


Albert-Maucher-Preis 2010 an Potsdamer Paläoklimatologin

jp. Professorin Ulrike Herzschuh erhielt am 10. Oktober 2010 den Albert Maucher-Preis für Geowissenschaften. Mit dem Preis, der im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung zum 100-jährigen Bestehen der Geologischen Vereinigung in Frankfurt am Main verliehen wurde, zeichnet die DFG die Wissenschaftlerin, die in gemeinsamer Berufung des Alfred-Wegener-Instituts Potsdam (AWI) und der Universität Potsdam als Juniorprofessorin tätig ist, für exzellente Forschungsarbeit in verschiedenen DFG-geförderten Projekten aus. Den mit € 10.000 dotierten Preis stiftete der Münchner Geologe Albert Maucher, der zu Beginn seiner wissenschaftlichen Laufbahn durch die DFG gefördert wurde. Nach dem Willen Mauchers würdigt die Auszeichnung ausdrücklich auch unkonventionelle Forschungsansätze und -methoden.

Professorin Ulrike Herzschuh (35) untersucht als Juniorprofessorin für Paläoökologie und Paläoklimatologie im Institut für Geowissenschaften der Universität Potsdam das Klima der Vorzeit. Dazu forscht sie in Asien (Tibetisches Hochplateau, China, Mongolei und Sibirien) und leitet aus fossilen Funden wie Pollen oder Zuckmücken (Chironomidae) in Seesedimenten die vergangenen klimatischen Verhältnisse ab. Hinzu kommen Daten aus Isotopenuntersuchungen und der Analyse von Biomarkern in organischen Bestandteilen der Sedimente. In einem weiteren Schritt erforscht Herzschuh, was diese Ergebnisse über das globale Paläoklima aussagen. Dabei fokussiert sie auf die Rolle des Permafrosts und das Klima der Polargebiete.

Für den Preis empfahl sich die junge Wissenschaftlerin und zweifache Mutter auch aufgrund ihrer vielfältigen internationalen Kooperationen und ihrer herausragenden Publikationsleistung. Hinzu kommt das erfolgreiche Einwerben und Durchführen eigener Projekte und ihr Engagement in der akademischen Lehre und der universitären Selbstverwaltung.
Weitere Informationen zur Preisträgerin und dem Albert Maucher-Preis finden Sie im Internet unter: Albert-Maucher-Preis

Verleihung des Albert-Maucher-Preises 2010 an Frau Ulrike Herzschuh, Potsdam, während der Jubiläumsveranstaltung zum 100-jährigen Bestehen der Geologischen Vereinigung in Frankfurt am Main


v.l.: Dr. Birgit Scheibner-Münker (DFG), Prof. Ulrike Herzschuh, Prof. Gerold Wefer (GV)
(Fotos: Angela Spitzlei)

-----------------------------------------------------------

 

Programm des Jubiläumstages am Sonntag, 10. Oktober 2010 im 

Senckenberg-Museum, Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt:

Program for the anniversary day celebration on Sunday, October 10, 2010 in the

Senckenberg-Museum, Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt:

13:00-13:30 Musikalische Begrüßung und Einführung (Gerold Wefer)
13:30-14:30

Mark Handy (Berlin): „Die Erde bewegt sich, aber wann, wo und wieviel?“

Friedhelm v. Blanckenburg (Potsdam): „Spätkänozoische Beschleunigung der globalen Erosionsrate: wie uns Zeitskalen genarrt haben“

14:30-15:30
Celâl Şengör (Istanbul): „Geologische Vereinigung 1910:
Ein neuer Ausstrahlungspunkt der Dynamischen Geologie“
15:30-16:00Kaffeepause
16:00-17:00

Hildegard Westphal (Bremen): „Atypische tropische Karbonate“

Gerald Haug (Zürich): „Klima und Mensch“

17:00-17:45Preisverleihungen (Gustav-Steinmann-Medaille /
Bernd-Rendel-Preis, DFG / Albert-Maucher-Preis)
17:45-18:15 Schlussworte (Ralf Littke) und Musikalischer Ausklang
18:30Empfang / Icebreaker Party GeoDarmstadt2010 (anschließend Bustransfer nach Darmstadt)

 

-----------------------------------------------------------
 


Ehrenurkunde der GSA

Anlässlich der GSA-Tagung im Oktober 2010 in Denver überreichte der GSA-Präsident Joaquin Ruiz der GV eine Ehrenurkunde zum 100-jährigen Bestehen der Gesellschaft.

 

 

 

 

 

 

 

Überreichung der Urkunde in Denver

(v.l.: John Geissman (GSA Vice-President), Jack Hess (Executive Director of GSA), Anke Friedrich (representative of the GV), Joaquin Ruiz (GSA President)

 
< Prev   Next >