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Die Geologische Vereinigung verlieh 1947 die Gustav-Steinmann-Medaille an
Alfred Philippson, Bonn.
Aus den Begleitworten des Vorsitzenden zur Verleihung:
In Alfred Philippson, der heute im 84. Lebensjahre steht, grüßt die Geologie einen Mann, der, führend auf dem weiten Felde der Erdkunde, doch zugleich in der Erdgeschichte und Geodynamik eigene bedeutende Arbeit geleistet hat, und zwar vom ersten Anfang seines großen und bleibenden Lebenswerkes bis heute. Als 19jähriger saß er am Polarisationsmikroskop über Gesteinen aus Norwegen. Bald darauf waren Foraminiferen Gegenstand seiner Spezialstudien. Geologische Kartierungen in Griechenland, der Ägäis und Kleinasien lieferten die Grundlagen zu einem geomorphologischen Lebenswerk. Die bewährte Theorie der Flußerosion steht an dessen Anfang, seine „Grundzüge der Allgemeinen Geographie“ auf dem Höhepunkt. Die Fundamente unserer Kenntnis des östlichen Mittelmeergebietes, von Griechenland bis Kleinasien, sind von ihm in den Jahren 1887 bis 1904 gelegt worden; topographische und geologische Karten, beide von ihm aufgenommen, sind heute noch „modern“ und „richtig“. Die Leitlinien der alpidischen Tektonik, die Abgrenzung einer Kykladen- und einer Lydisch-Karischen Masse gehen auf seine Darstellung zurück. Spätere Forschungen anderer, wie Kossmats auf tektonischem, Renz’ auf stratigraphischem Gebiet, haben angeknüpft und weitergeführt, aber nichts umgestürzt *). Philippson hat sein Arbeitsgebiet für die Internationale Karte von Europa, Kleinasien für das Handbuch der Regionalen Geologie bearbeitet, die geologischen Beiträge auch für die Ausgrabungen antiker Kulturen in jenen Ländern geliefert. Die Dynamische Geologie verdankt ihm die Erkenntnis der Aufwärtsbewegung an Brüchen und die Herausarbeitung dieses Gedankens zu einer Zeit, als Eduard Suess das Dogma eines rein abwärtigen „Zusammenbruches des Erdballs“ verbreitete. Philippsons zweites Arbeitsfeld war das Rheinische Schiefergebirge mit dem Mittelrheintal. Zum ersten Male hat er, die Spaltentheorie Leopold von Buchs und Elie de Beaumonts widerlegend, die Einschneidung in eine steigende Krustenscholle wissenschaftlich entwickelt und zugleich die Rumpfflächen und Terrassen des Gebirges als Begleiterscheinungen dieses großartigen Vorganges erkannt und gegliedert. __________________ *) Besonders in den umfangreichen Veröffentlichungen von Carl Renz ist viel mehr Philippsonsches Gut aufgegangen, als für einen flüchtigen Leser erkennbar ist.
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