| Brief des Vorsitzenden aus GMit 20 |
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GMit 20, Juni 2005
Grußwort des 1. Vorsitzenden an die Mitglieder der Geologischen Vereinigung Liebe Kolleginnen und Kollegen,
auf der letzten Mitgliederversammlung in Strasbourg wurde ich zum 1. Vorsitzenden gewählt. In den letzten drei Jahren hat sich Herr Kollege Bernoulli aus Basel mit Vorstand und Beirat um die Geschicke der Geologischen Vereinigung gekümmert. Ihm und den jetzt ausgeschiedenen Mitgliedern von Vorstand und Beirat möchte ich sehr herzlich danken.
Ich möchte mich kurz vorstellen: Nach dem Studium in Heidelberg und Kiel mit Abschluss als Diplom-Geologe war ich im Rahmen der Sonderforschungsbereiche 95 und 313an der Universität Kiel tätig, zuletzt als wissenschaftlicher Assistent und C2-Professor. Während dieser Zeit arbeitete ich etwa zwei Jahre als Postdoc am Scripps Institution of Oceanography in La Jolla, Kalifornien. Seit 1985 bin ich Hochschullehrer für Geologie mit dem Schwerpunkt Allgemeine Meeresgeologie an der Universität Bremen. Von 1989 bis 2001 war ich Sprecher des SFB 261 „Der Südatlantik im Spätquartär – Rekonstruktion von Stofftransport und Stromsystemen“. Seit Juli 2001 leite ich das DFG-Forschungszentrums „Ozeanränder – Schwerpunkte marin-geowissenschaftlicher Forschung im 21. Jahrhundert“. Der GV bin ich 1970 beigetreten, anlässlich einer GV-Tagung in München.
Auf die beiden Lichtblicke der Geologischen Vereinigung - Zeitschrift und wissenschaftliche Konferenzen - wollen wir uns in Zukunft besonders konzentrieren. Die Artikel in der Zeitschrift International Journal of Earth Science (Geologische Rundschau) gewinnen immer mehr an Ansehen. Das Herausgeberteam unter der Leitung von Herrn Kollegen Dullo aus Kiel hat in den letzten Jahren hervorragende Arbeit geleistet. Ergänzend zur Zeitschrift sind in Zukunft Sonderbände zu bestimmten Themen geplant, z. B. im Rahmen von Abschlussberichten von Sonderforschungsbereichen oder zu speziellen Themen von Tagungen. Diese Reihe, die ebenfalls im Springer-Verlag erscheinen wird, wollen wir gemeinsam mit unseren Partnervereinigungen in Frankreich, der Schweiz und den Niederlanden herausgeben.
Bezüglich der Tagungen meinen wir, dass es nicht durchzuhalten ist, alle zwei Jahre im Ausland zu tagen. Die Organisation erwies sich häufig als schwierig und die Teilnahme von GV-Mitgliedern war manchmal nicht besonders hoch. Kriterien für Ort und Thema sollen zukünftig sein: Was sind die hoch aktuellen Forschungsergebnisse und wo befinden sich die aktiven Forschergruppen? Die nächsten Tagungsorte sind Erlangen (2005), Potsdam (2006) und Bremen (2007). Das Programm für die Tagung in Erlangen-Nürnberg, die von André Freiwald ausgerichtet wird, liegt Ihnen bereits vor. Unter dem Leitthema „System Earth – Biosphere Coupling“ erwarten Sie interessante Vorträge zu völlig neuen Forschungsergebnissen auf folgenden Gebieten: Entwicklung des Lebens; Biomineralisation; Schnelle Klimaänderungen; Menschlicher Einfluss auf das System Erde; Leben in tiefen Sedimentschichten; Kohlenwasserstoffaustritte; Heraushebung von Gebirgen, Klimaänderung und Erosion. Abgerundet wird das Vortrags- und Posterprogramm durch attraktive Exkursionen und Kurse.
Die Tagung in Potsdam im Jahr 2006 soll unter dem Thema „Prozesse an der Erdoberfläche“ stehen. Herr Kollege Strecker von der Universität Potsdam hat sich zusammen mit Herrn Handy der FU Berlin und Herrn Onken vom GeoForschungsZentrums in Potsdam bereit erklärt, diese Tagung zu organisieren. Für Bremen im Jahr 2007 sind Themen mit marinem Bezug wie Gashydrate, Stabilität und Entwässerung der Kontinentränder und Prozesse an Spreizungsachsen vorgesehen. Als Termin scheinen uns die letzten beiden Wochen im September besonders geeignet zu sein. Es ist selbstverständlich, dass wir versuchen werden, die jeweilige Tagung mit den anderen geowissenschaftlichen Vereinigungen durchzuführen, damit nicht zu viele Tagungen stattfinden.
Sorge macht uns der Rückgang in den Mitgliederzahlen. Dieser Rückgang wird vor allem durch das Ableben von Kolleginnen und Kollegen verursacht. Es gelingt uns nicht, diesen Verlust durch Eintritte von Studierenden, jüngeren Geowissenschaftlerinnen und Geowissenschaftlern auszugleichen. Um auch in Zukunft einen soliden Rückhalt bei den Mitgliedern zu haben, möchte ich Sie bitten, uns bei der Anwerbung neuer Mitglieder zu unterstützen. Vielleicht können Sie Kolleginnen und Kollegen oder Studierende in einem persönlichen Gespräch zu einer Mitgliedschaft in der Geologischen Vereinigung bewegen. Geboten werden vor allem der Zugang zu einer wissenschaftlichen Zeitschrift mit hohem internationalem Renommee und die Teilnahme an attraktiven wissenschaftlichen Konferenzen im Rahmen der jährlichen Tagungen.
In der Hoffnung, Sie anlässlich der nächsten Jahrestagung in Erlangen im September zu treffen, verbleibe ich mit besten Grüßen;
Ihr Gerold Wefer
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