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Seite des Vorsitzenden aus GMit 43 PDF Print E-mail

Im vergangenen Jahr feierte die Geologische Vereinigung ihr 100-jähriges Bestehen mit einer Festveranstaltung im Senkenberg-Museum in Frankfurt. In einem mitreißenden Vortrag erinnerte der Preisträger der Steinmann - Medaille, A. M. Celal Sengör, an die frühe Geschichte der Geologischen Vereinigung und an einige wissenschaftliche Dispute der damaligen Zeit. Heute sind die Aufgaben der Geowissenschaften nicht weniger gewaltig und spannend als vor 100 Jahren und es sind bei weitem nicht alle Fragen gelöst. Die Entwicklung des Klimas, die Verfügbarkeit von Energie, Wasser und anderen Rohstoffen, der Schutz unserer Umwelt oder die Vorhersage von Erdbeben und Überschwemmungen und die Behebung der Folgen sind zentral für die Zukunft. Um diese und andere Fragen zu lösen, müssen wir junge Menschen für unsere Disziplin begeistern, an den Universitäten bestmöglich ausbilden und - eine Herausforderung, die sich zunehmend stellt – auch im Beruf weiterbilden.

Zentrale Aufgabe der Geologischen Vereinigung ist laut ihrer Satzung die Förderung der allgemeinen und regionalen Geowissenschaften. Wesentliche Werkzeuge sind dabei Veröffentlichungen und Tagungen. Unsere Zeitschrift, das „International Journal of Earth Sciences“ ist dabei seit Jahren auf einem sehr guten Weg, wie sich an der hohen Zahl eingereichter Manuskripte und dem hohen „Impact Factor“ zeigt. In einer der kommenden Ausgaben von GMit möchte ich darüber etwas mehr berichten. Unsere Jahrestagung in Darmstadt wurde zum wiederholten Male gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften (DGG) sowie der Europäischen Kohlekonferenz (8th European Coal Conference) ausgerichtet und von Andreas Hoppe und Christoph Schüth hervorragend organisiert. Da die Zahl der geowissenschaftlichen Standorte beschränkt ist, an denen Tagungen überhaupt organisiert werden können, müssen wir auch in Zukunft auf solche Gemeinschaftstagungen setzen. Dies hat auch ganz profane, finanzielle Gründe: An vielen Hochschulen werden größere Vorlesungsräume für wissenschaftliche Tagungen nicht mehr kostenlos zur Verfügung gestellt, so dass die Kosten für die Ausrichtung der Konferenzen immer höher werden. Weiterhin gehören Internet-Auftritt und Online-Anmeldung heute zu den Standards: Auch das ist aufwändig und es macht nicht viel Sinn, wenn dieser Aufwand jährlich an verschiedenen Geo-Standorten getrieben wird.

Auch aus Sicht der Geowissenschaftler sind gemeinschaftliche Jahrestagungen von Vorteil, denn man trifft dort zum einen mehr Kollegen und ein größeres Fachpublikum. Zum anderen haben wir eine große Auswahl an breit angelegten, internationalen Tagungen wie die European Geosciences Union (EGU) in Wien oder den International Geological Congress (IGC) sowie an internationalen fachspezifischen Tagungen; nur wenige von uns sind daher bereit, pro Jahr mehrere eher auf den deutschsprachigen Raum ausgerichtete Konferenzen zu besuchen. Daher sind die Weichen auch für die kommenden Jahre von meinem Vorgänger Gerold Wefer in Richtung von gemeinsam ausgerichteten Tagungen mit DGG oder DMG gestellt worden. Dies ist ein Weg, den auch der neue Vorstand der GV weitergehen möchte. In diesem Jahr werden wir wieder gemeinsam mit der DGG in München zum Thema „Fragile Earth“ konferieren. Die Organisatorin Anke Friedrich von der LMU München hat auch die Geological Society of America als Mitveranstalterin gewinnen können, so dass wir angesichts des spannenden Themas auf eine gut besuchte Veranstaltung mit starker internationaler Beteiligung hoffen können.

Abschließend möchte ich an dieser Stelle meinem Vorgänger Gerold Wefer danken, der über zwei Amtszeiten, also 6 Jahre, das Amt des Vorsitzenden der Geologischen Vereinigung gestaltend ausgefüllt hat. Zu den wesentlichen Neuerungen der letzten Jahre zählt dabei die Möglichkeit zur Doppelmitgliedschaft in GV und Deutscher Mineralogischer Gesellschaft (DMG), über die man unter anderem die hervorragende Zeitschrift „Elements“ bezieht. Für uns sehr wichtig ist aber auch die Angliederung der Sektion Sedimentologie. Das jährliche Jahrestreffen der Sedimentologen wird im nächsten Jahr unsere Jahrestagung in Hamburg  einleiten.

Ralf Littke, Aachen

 
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